Pamir - 1904 von der bekannten Reederei F. Laeisz bei der Hamburger Werft Blom & Voss als Viermastbark zu einer Zeit in Auftrag gegeben, als Segelschiffe veraltet waren. Sie ist Bestandteil der berühmte Flotte aus 65 Windjammern der im 20. Jahrhunderts entstandenen die P-Familie aus Stahl - unter anderem die "Peking", die "Padua", die "Pommern" und auch die "Passat".

Länge über alles: 115 m,
Breit: 14 m
Höhe Masten: 55m

Historie (Auszug)
  • Die erste Ausreise erfolgte am 31. Oktober 1905 unter Führung von Kapitän Prützmann, Bis 1914 hatte das Schiff regelmäßige Reisen in der Südamerika-Fahrt durchgeführt.
  • Während des 1. Weltkrieges lag die "Pamir" innerhalb der neutralen Kanarischen Inseln bei der Insel Palma.
  • Anschließend wurde das Schiff als Reparationsleistung an Italien übergeben. 1924 kaufte die Reederei F. Laeisz die Pamir wieder zurück.
  • 1931 ist die " Pamir" an den in Mariehamm ansässigen finnischen Reeder Gustaf Erikson verkauft und vorwiegend in die Getreidefahrt Australien - Europa eingesetzt.
  • 1941 wurde sie von Neuseeland als Prise aufgebracht, wo man die Takelage grundüberholte und 1943 unter neuuseeländischer Flagge wieder in Fahrt setzte.
  • Nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde es als Lagerschiff benutzt.
  • Januar 1951 ist der Segler an eine belgische Abwrackwerft vekauft, jedoch der Reeder Schliewen und Kapitän Helmut Grubbe brachten die Pamir und die Passat am 20. Juni 1951 nach Travemünde mit dem Ziel, beide Schiffe zur Nachwuchsausbildung wieder in Dienst zu stellen. Umfangreiche Überholungsarbeiten fanden statt - Hilfsmotor, wasserdichte Schotten, Funkstation und Navigationsgeräte.
  • Am 9. 1.1952 fuhr das Schiff mit 49 Schiffsjungen an Bord mit Zement beladen elbabwärts, Ankunft Rio de Janeiro am 28.02. , Reisedauer 38 Tage.
  • Weitere Reisen, in Verbindung mit verschiedenen technischen Problemen folgten.
  • Im April 1954 wurde wegen Konkurs des Reeders Schliewen die Pamir zwangsversteigert.
  • Um Pamir als Segelschulschiff wieder in Fahrt zu bringen, wurde die "Stiftung Pamir und Passat" gegründetund für weitere Reisen gerüstet.
  • Am 10.02.1955 ging das Schiff bis Mai 1957 mit insgesamt fünf Reisen nach dem La Plata und zurück.
  • Kapitän I. Diebitsch übernahm in Vertretung das Schiff für eine Reise nach La Plata, in Buenos Aires wurde Gerste in Säcken geladen. Auf der Heimreise im Nord-Atlantik kam das Schiff mit dem Hurrikan "Carry" in bedrohlicher Nähe. Am 21.09.1957 kenterte das Schiff und versank in den Fluten. 80 vor allem junge Seeleute fanden den Tod, nur sechs überlebten den Untergang. Es war das größte Schiffsunglück der noch jungen Bundesrepublik.

Als am 21. September 1957 die deutsche Viermastbark "Pamir" in den Fluten des Nordatlantik versank, hielt die Nation den Atem an. Günther Haselbach ist einer von sechs Seeleuten, die den Untergang überlebten - 80 Männer ertranken. Ohne Nahrung und Trinkwasser trieb er 72 Stunden im Atlantik, bevor er gefunden wurde - allein. Hilflos musste er mit ansehen, wie 20 seiner Kameraden an Entkräftung starben oder mit Wahnvorstellungen aus dem Rettungsboot sprangen. Noch heute ist ihm die Katastrophe, der Überlebenskampf ins Gesicht geschrieben. Mit der "Pamir" ging die Ära der Frachtschiffahrt unter Segeln zu Ende. Sie war einer der letzen beiden legendären Windjammer, die noch ein halbes Jahrhundert zuvor schneller fuhren, als Dampfschiffe.

Weitere Websites zur Pamir:

Stiftung für Ausbildungsschiffe

Web Sedov-Emden

Gert Gruendler

janmaat.de

Zeitung der kanarischen Insel

Datenblatt zum Film "Untergang der Pamir"

iDer Untergang der deutschen Viermastbark "Pamir" im Nordatlantik war eine nationale Tragödie. Einer der letzten frachttragenden Tiefwassersegler kenterte im September 1957 in einem Hurrican.

In einer bewegende Fernsehdokumentation sendete das ARD und ARTE einen zweiteiligen ARD-Fernsehfilm "Der Untergang der Pamir" aus.

Das russische Schulschiff Sedov wird die Rolle der untergegangenen Pamir übernehmen und ist am 3. September in deren Farben in den Hafen von Santa Cruz de Tenerife eingelaufen. 1921 gebaut, mit einer Länge von 117 Metern und eine Segelfläche von 4192 Quadratmetern, präsentiert sich der einstige Frachtsegler und das heutige Segelschulschiff jetzt in „Pamir-Optik“. Alle „Sedov“-Beschriftungen wurden beseitigt und Attrappen alter Rettungsboote, unter denen sich Rettungsflöße für den wirklichen Ernstfall verbergen, installiert.
Bei den Dreharbeiten spielt sich fast alles auf dem Wasser ab. Während die Außenaufnahmen im September vor Teneriffa gedreht werden, wird für die Innenaufnahmen das Schwesterschiff der Pamir, die in Travemünde liegende Passat genutzt. Lediglich ein 45 Meter langes 1:1-Modell eines Teilstücks der Sedov soll für den ARD-Zweiteiler auf den Grund eines Filmwasserbeckens auf Malta herabsinken und den Untergang der Pamir im Hurrikan Carrie simulieren.

Die Sedov als Pamir gestylt
Simultanuntergang der Pamir